Genau wie Museumssammlungen sind Sprichworte und Redewendungen Brücken in die Vergangenheit. Ihre Entstehung ist häufig mit bäuerlichen, hauswirtschaftlichen oder handwerklichen Tätigkeiten und Gebräuchen verbunden. Beim Betrachten vieler unserer Museumsobjekte lassen sich daher Herkunft und Sinn unserer Sprichworte gut ergründen. Dieser interessante Aspekt hat uns dazu veranlasst, regelmäßig ein Sprichwort und seinen Ursprung vorzustellen.
Das Sprichwort des Monats April 2026
„Etwas aufs Tapet bringen.“
Der April macht bekanntlich, was er will. Und auch die Wörter in unseren Redewendungen tanzen manchmal aus der Reihe. In Diskussionen werden Themen aufs „Trapez“ gebracht, gelegentlich hört man auch „das müssen wir aufs Tablett bringen“. Richtig heißt es aber „etwas aufs Tapet bringen“.
Das deutsche Wort „Tapete“ stammt vom Lateinischen „tapetum“, der Teppich. Im Französischen war „tapet“ ein Konferenzzimmer oder die Stoffbespannung eines Konferenztisches. So ist die Bedeutung der Redewendung leicht verständlich: ein Thema kommt auf den Tisch und wird zur Sprache gebracht.
Heute hat sich der Begriff „Tapete“ gewandelt. Man denkt dabei vor allem an Wandverkleidungen aus Papier. In früheren Jahrhunderten wurden aber häufig Teppiche an die Wand gehängt, zum Wärmeschutz und natürlich auch zur Dekoration.

ein typischer Wandbehang