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Sprichwort des Monats

Genau wie Museumssammlungen sind Sprichworte und Redewendungen Brücken in die Vergangenheit. Ihre Entstehung ist häufig mit bäuerlichen, hauswirtschaftlichen oder handwerklichen Tätigkeiten und Gebräuchen verbunden. Beim Betrachten vieler unserer Museumsobjekte lassen sich daher Herkunft und Sinn unserer Sprichworte gut ergründen. Dieser interessante Aspekt hat uns dazu veranlasst, regelmäßig ein Sprichwort und seinen Ursprung vorzustellen.


Das Sprichwort des Monats September 2026

„Glück und Glas, wie leicht bricht das.“

Wenn man bei Wikipedia nach dem Urheber dieses Sprichwortes sucht, könnte man denken, in einem Asterix-Heft gelandet zu sein. Publilius Syrus war ein römischer Sklave aus Syrien, der von seinem letzten Besitzer die Freiheit erhielt und dessen Namen als Vornamen. Er wurde Schauspieler und Schriftsteller und besiegte in einem von Julius Cäsar veranstalteten Improvisationswettbewerb einen bekannten Literaturkollegen. Seine Werke sind größtenteils verloren gegangen, bis auf eine umfangreiche und später vielzitierte Spruchsammlung.


Im Original schrieb Publilius Syrus: „Fortuna vitrea est: tum, cum splendet, frangitur“. Auf Deutsch bedeutet es: „Glück ist aus Glas: dann, wenn es glänzt, zerbricht es auch.“


Gute Sprichwörter müssen wie Glas geschliffen und poliert werden. Alliteration und Reimbildung machen sie eingängig und gut zu behalten. „Glück und Glas, wie leicht bricht das“ erinnert uns daran, den Moment zu genießen und mit der Zerbrechlichkeit des Glücks zu leben.

Zu den älteren Sprichwörtern des Monats geht es hier.

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