Geschichte eines Dorfes in Stormarn


| 1263 | Erste urkundliche Erwähnung von Odickendorp, dem heutigen Oetjendorf |
| 1279 | Erste urkundliche Erwähnung von Hogerstorpe, dem heutigen Hoisdorf |
| 1316 | Der Ritter Hermann von Hamme verkauft die Zinseinkünfte aus seinen Hoisdorfer Ländereien an das Hamburger Domkapitel. |
| 1324 | Es wird urkundlich bezeugt, dass die Familie von Hamme in Hoisdorf über eine „curia“, einen befestigten Rittersitz verfügt. Vermutlich handelt es sich dabei um die „Motte“, eine von einem Wehrgraben umgebene Turmhügelburg, deren Reste am südlichen Ufer des Großen Teiches zu finden sind. |
| 1339 | Die Familie von Wedel verkauft ihren Hoisdorfer Landbesitz an das Hamburger Domkapitel. |
| 1342 | In Hamburg kommt es zu einem Konflikt zwischen dem Rat der Stadt und dem Domkapitel. Hoisdorf und weitere 13 Dörfer, die dem Kapitel gehören, werden von den Schergen des Hamburger Rates geplündert und niedergebrannt. |
| 1349 | Die Pest wütet in ganz Nordeuropa. Zusammen mit anderen Ursachen (Klimaverschlechterung, Rückgang der Ernteerträge) führt dies zu einem erheblichen Rückgang der Bevölkerungszahlen. Besonders Oetjendorf ist davon betroffen. Es wird als wüste Feldmark bezeichnet und existiert praktisch nicht mehr. |
| 1576 | Als Folge der Reformation tritt das Hamburger Domkapitel Hoisdorf und weitere 13 Dörfer an den Gottorfer Herzog Adolf ab. Die betroffenen Dörfer müssen dafür eine Kompensation in Form von Naturalien an das Kapitel abführen. Auf Hoisdorf entfielen jährlich 142 Sack Holzkohle und 21 Hühner. Diese Verpflichtung erlosch erst im Jahre 1803. |
| 1618 – 1721 | Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648), im Kriege zwischen Schweden und Polen (1655 – 1660) und im Großen Nordischen Krieg (1700 – 1721) ist Stormarn Kampf- und Durchzugsgebiet für die Heere der beteiligten Mächte. Durch Einquartierungen und Plünderungen erleidet Hoisdorf große Schäden und muss den Gottorfer Herzog mehrfach um Zahlungsaufschub für fällige Steuern bitten. |
| 1742 | Im Juni 1742 wird in Hoisdorf die „Hoisdorfer Totengilde“ gegründet, eine Sterbekasse, der sich mehr als 40 Dörfer aus Stormarn und Hamburg anschlossen. Zweck der Gilde war es, den Mitgliedern bei Todesfällen finanzielle Unterstützung zu gewähren und die Beerdigungen zu organisieren. Durch den vom Gottorfer Hof stammenden Zar „Peter III.“ geht die Verwaltungshoheit für Stormarn an den russischen Zarenhof über. Unter seiner Nachfolgerin „Katharina der Großen“ werden die Holsteinischen Gebiete 1773 im Gebietstausch an das Königreich Dänemark zurückgegeben. |
| 1772 | Die Struktur der Landwirtschaft wird durch eine vom Staat angeordnete Agrarreform, die „Verkoppelung“, nachhaltig verändert. Die bis dahin gemeinschaftlich bewirtschafteten Ackerflächen werden aufgelöst und alle Bauern erhalten neue Flächen, die sie in eigener Verantwortung bearbeiten können. |
| 1864 | Dänemark verliert den Krieg gegen Preußen und Österreich. Schleswig wird preußisch, Holstein und damit Hoisdorf kommen unter österreichische Verwaltung. |
| 1867 | Nachdem Preußen den Krieg gegen Österreich 1866 gewonnen hat werden die Landesteile Schleswig und Holstein in eine zusammenhängende preußische Provinz umgewandelt. Hoisdorf gehört von nun an zum neu gebildeten Landkreis Stormarn. Die allgemeine Wehrpflicht wird eingeführt. |
| 1890 | Die Freiwillige Feuerwehr Hoisdorf wird gegründet. |
| 1907 | Die Südstormarnsche Kreisbahn (Billstedt – Trittau) wird eröffnet. |
| 1943 | Nach dem verheerenden Bombenangriff auf Hamburg ergießt sich ein Strom von Ausgebombten auch auf Hoisdorf. Sie unterzubringen und zu versorgen ist eine enorme Herausforderung für die Hoisdorfer Einwohner. |
| 1944 | Der Flüchtlingsstrom aus dem Osten Deutschlands setzt ein und hält an bis in das Jahr 1945. In kurzer Zeit vervielfacht sich die Einwohnerzahl des Dorfes. |
| 1949 | Die Freiwillge Feuerwehr Oetjendorf wird gegründet. |
| 1952 | Die Südstormarnsche Kreisbahn wird stillgelegt. |
| 1958 | Der Sportverein TuS Hoisdorf wird gegründet. |
| 1970 | Der Tennis Club TC Blau Gelb Hoisdorf wird gegründet. |
| 1971 | Das „Stormarnsche Dorfmuseum“ wird gegründet. |
| 1977 | Hoisdorf und Oetjendorf vereinigen sich zu einer kommunalen Gemeinde. |
| 1978 | Das „Stormarnsche Dorfmuseum“ bezieht das Hofgelände am Sprenger Weg 1. |
| 1980 | Die Gemeinde Hoisdorf kauft das Gelände um die Hoisdorfer Teiche und sichert damit den Schutz von Pflanzen- und Tierwelt im schon bestehenden Naturschutzgebiet. |
| 2015 | Die Freiwillige Feuerwehr Hoisdorf bezieht ihr neues Gerätehaus am Krütz. |

Das Wappen der Gemeinde Hoisdorf zeigt in Gold auf grünem Boden einen golden bewurzelten, grünen Lindenbaum, begleitet rechts von dem schwarzen hinteren Teil eines Pfluges mit Pflugeisen und Schar, links von einem schwarzen achtspeichigen Maschinenrad mit 16 Zähnen.
28.10.1978