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Großer Raum

Der große Raum, rechtwinklig zur Diele und dem Wohnteil angebaut, war ehemals Viehstall. In mehreren Vitrinen inmitten des Raumes ist hier Geschirr aus brauner Irdenware des täglichen Gebrauchs zu sehen: Milchsatten, Schüsseln, Töpfe und Kannen, die von einheimischen Töpfern oder auch von Händlern zum Beispiel aus Bunzlau bezogen wurden.
 
In einer Ecke des Raumes unter der Treppe findet man vieles zum Thema Zählen, Messen und Wiegen. Diese früher überall im Handel und im täglichen Gebrauch verwendeten Zählmaße sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Dass ein Paar »2« bedeutet und ein Dutzend »12« sind, ist wohl durchaus noch bekannt, aber wer kennt heute noch die Bedeutung von Begriffen wie »kleine Mandel«, »große Mandel«, »Stiege«, »Schock« und »Gros«?
 
Eine Auswahl von Notgeld aus der Inflationszeit vor 1923 wird gegenüber gezeigt. In der wirtschaftlich schweren Zeit, wo die Preise rasend schnell bis in Milliardenhöhe stiegen, wurden von vielen Kommunen Geldscheine mit kleinen Werten herausgegeben, für deren Einlösung die Gemeinden bürgten. Mehr und mehr wurden die Scheine als Werbeträger benutzt für Schönheiten der Landschaft, des Ortes, historische Begebenheiten und so weiter.
 
An der Fensterfront des Raumes sind in mehreren Vitrinen Gesangbücher, ein Andachtsbuch, kleine Parfümfläschchen und Geldbeutel ausgestellt, die insbesondere die Frauen für den sonntäglichen Kirchgang benötigten, der noch bis nach 1900 obligatorisch war. Die Gesangbücher hatten häufig wertvolle Silberbeschläge, wurden in den Familien gehütet und oft weitervererbt.

 
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